Der Einbruch bei den Immobilienpreisen, fallende Aktienkurse und niedrigere Bonuszahlen haben die Zahl der Millionäre in Grossbritannien halbiert. Erst 2011 soll der Trend kehren.

Gegenwärtig leben im Vereinigten Königreich 242'000 Menschen mit Vermögenswerten von mindestens einer Million Pfund (1,14 Millionen Euro), schätzt das Wirtschaftsforschungsinstitut CEBR in einer aktuellen Studie. Bei der vorangegangen Studie aus dem Jahr 2007 ermittelte das Institut noch 489'000 britische Millionäre, nachdem sich die Zahl zwischen 2003 und 2007 mehr als verdoppelt hatte.
Doch laut einem Bericht der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers LLP vom März verloren britische Haushalte in der Finanzkrise 1,9 Billionen Pfund. Angesichts der fortgesetzten Flaute auf dem Immobilienmarkt und der anhaltenden Rezession dürfte die Zahl der Millionäre in diesem Jahr weiter fallen. «Da die Immobilienpreise wohl nicht mehr viel weiter fallen werden, gehen wir davon aus, dass die Zahl der Millionäre 2011 wieder steigt», sagte CEBR-Leiter Douglas McWilliams.
Häusermarkt wird sich nicht vor 2012 erholen
Einige Analysten zeigen sich jedoch weiterhin skeptisch in Bezug auf die Immobilienpreise. Die Experten von Savills Olc rechnen damit, dass sich der Häusermarkt nicht vor 2012 erholen wird. Denn die Arbeitslosigkeit steige und die Krise schrecke potenzielle Käufer ab, hiess es zur Begründung.
Auch Superreiche verlieren viel Geld
Im vergangenen Jahr sank das Vermögen der britischen Millionäre CEBR zufolge im Schnitt um knapp ein Viertel. Die Entwicklung bei den Millionären zeigt Ähnlichkeiten mit der Tendenz bei den Superreichen. Nach Angaben der Sunday Times sank die Zahl der Milliardäre in Grossbritannien binnen Jahresfrist von 75 auf 43. Hier betrage der durchschnittliche Vermögensrückgang sogar 38 Prozent.
Der sinkende Reichtum der Vermögenden macht sich auch beim Verkauf von Luxusgütern bemerkbar. So brach der Absatz bei den Luxuskarossen von Bentley Motors Ltd. um zwei Drittel ein. Bayerische Motorenwerke AG (BMW) verkauften 35 Prozent weniger Autos.
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