Er sei stolz ein Berner zu sein und bezahle dafür auch gerne mehr Einkommenssteuern. Damit konterte ein Holländer während seinem Einbürgerungsverfahren in die Schweiz auf die Aussage, in Zug zahle man deutlich weniger Steuern. Wahrscheinlich ist dem Holländer wie allen Bernern nicht ganz klar, wie massiv sich der Unterschied effektiv auf das Portemonnaie auswirkt.
Bern ist nicht nur die Hauptstadt der Schweiz sondern auch ein Kontrollstaat an und für sich.
Nimmt man sich eine Wohnung, weiss die Stadt oder Gemeinde bereits Bescheid. Daraufhin erhält man die schriftliche Aufforderung sich unverzüglich am Ort anzumelden. Optimal wäre es, sich als Wochenaufenthalter anzumelden und den Hauptwohnsitz aus steuertechnischem Grund in Zug zu haben.
Der Unterschied zwischen der Quellensteuer und der ordentlichen Versteuerung liegt darin, dass man bei letzterem Abzüge tätigen kann, während die Quellensteuer pauschal nach Tarif vollzogen wird. Die Steuererklärung lässt demzufolge legitime Optimierungen zu, sofern der Steuerzahler diese auch anzuwenden weiss.
Die Berner bezeichnen die Gemeinde „Muri bei Bern“ als Steueroase. Das mag innerhalb des Kantons durchaus stimmen. Im nationalen Vergleich erscheint die Bezeichnung Steueroase hierbei aber nur noch als ein lächerlicher Witz. Denn wenn man erst den Kanton Zug zum Vergleich hinzuzieht, der wahrhaft als Steueroase gilt, sieht man deutlich was an Abgaben eingespart werden kann.
Steuerliche Gewohnheiten werden den Nachkommen weitergegeben. Berner sparen das ganze Jahr über, um am Ende des Jahres einzig ihre Steuerschulden zu begleichen. Da reicht der 13. Monatslohn alleine meist nicht aus. Zuger hingegen vermögen es sich mit der Volljährigkeit den Führerschein zu erwerben und kurz danach auch schon das eigene Auto, während Berner hierfür erst jahrelang sparen müssten.
Die Schweiz darf man für Privatpersonen nicht allgemein als Steueroase bezeichnen, da je nachdem an welchem Ort und Kanton man residiert der Steuersatz variieren kann. Fakt ist, dass Berner mindestens doppelt, wenn nicht dreimal, soviel an Steuern bezahlen, wie Zuger. Einen detaillierten Finanzvergleich kann man unter www.comparis.ch vornehmen.
Um zu verstehen wofür Berner Steuergelder unter Anderem verwenden, muss man schon ein bisschen stolzer Berner sein und am besten gleich für die Kommune arbeiten. Es müsste einen eigentlich verwundern, wieso die höheren Steuersätze in diesem Kanton nicht längst hinterfragt worden sind. Mögliche Erklärungen dafür sind plausibel.
Jede Abteilung in den öffentlichen Verwaltungen hat ihr eigenes Budget. Es wird geraten, dass jedes Budget vollkommen aufgebraucht wird, oder besser noch real überzogen wird. Wäre dies nicht der Fall, würde das Budget für das kommende Jahr folglich gekürzt werden. Das könnte den Stellenverlust für den verantwortlichen Beamten bedeuten und dies weiss dieser hiermit zu verhindern.
Aus diesem Grund finden sich passende Aussagen von Soldaten wieder, die Beispielsweise die Anweisung erhalten 100'000 Patronen Restmunition in die Felswand abzufeuern. Oder Armeechauffeure die mit ihren Fahrzeugen Tag für Tag im Kreis fahren um den vorrätigen Treibstoff aufzubrauchen, um Platz für Nachschub zu sorgen. Solche Offenbarungen lassen sich auf alle Direktionen übertragen.
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