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Erstellt am 18. Mai 2007
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Unweit der Stadt Millau, rund 120 km westlich von Avignon im Südwesten Frankreichs, entsteht eine majestätische Brücke, ein Denkmal für Frankreich. Nach Entwürfen des Architekten Lord Norman Foster, der aus dem internationalen Architektenwettbewerb als Gewinner hervorging, entsteht ein 2'460 m langes Bauwerk.

Klicken Sie auf die Abbildung, um zur Medienmitteilung zu gelangen.

Der «Viaduc de Millau» überspannt das Tal des Flusses Tarn. Insgesamt sieben, zwischen 78 und 245 m hohe Stahlbetonpfeiler tragen den stählernen Überbau sowie die Pylone für die Seilkonstruktion. Der Überbau weist eine Breite von 32 Metern aus. Jeder Pfeiler ist für sich eine eigene Baustelle. Mit Selbstklettertechnik wird die nötige Höhe erklommen. Die Arbeitsfläche misst etwa 15 mal 20 Meter. Die Arbeiter müssen mit Lift und Treppen dort hinaufgelangen.

Der Kranführer steigt dann nochmals weiter hinauf. In luftiger Höhe, dem Wind ausgesetzt... das ist nicht jedermanns Traumarbeitsplatz!

Der Bau der höchsten Brücke der Welt und der gleichzeitig weltweit längsten Mehrpfeiler-Schrägseilbrücke ist eine ingenieur-technische Hochleistung. 19 Meter höher als der Eiffelturm wird diese Autobahnbrücke über das Tal des Flusses und der Stadt Millau. Millau, an der viel befahrenen Nord-Süd-Strecke zwischen Paris und dem Mittelmeer, ist für Lastwagen und Autos für lange zeitraubende Staus bekannt. Das ändert nächstes Jahr. Im Januar 2005 wird die Brücke eröffnet und Paris rückt wieder etwas näher ans Mittelmeer.

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Wie schon erwähnt, trägt der «Viaduc de Millau» ästhetisch die Handschrift des Stararchitekten Lord Norman Foster sowie des Brückenbauingenieurs Michel Virloguex. Unternehmerisch und bautechnisch ist mit der elsässischen Gruppe Eiffage und Eiffel eine erste Adresse verantwortlich.

Mit Vermessungssystemen von Leica Geosystems aus der Schweiz registrieren die Verantwortlichen den Baufortschritt dieses Weltrekord-Bauwerkes.Während des Baus werden in regelmässigen Abständen insgesamt 300 kleine, von aussen sichtbare Optikreflektoren an die Konstruktionselemente des Ingenieurbauwerkes angebracht wie auch im Fels verankert. Ihre Koordinaten können jederzeit automatisiert mit Leica-Präzisions-Tachymetern mit einer Genauigkeit von 0,3 Millimeter bestimmt werden und lassen minime Abweichungen und Veränderungen, z.B. infolge von Temperatur-Schwankungen, in berührungsloser Messung sofort erkennen. Präzisions-Vermessungs-systeme von Leica Geosystems kamen bereits an den Brücken über den Grossen Belt und Öresund, zu Hongkongs Flughafeninsel und über die japanische Akashi-Meeresenge zum Einsatz und überwachen diese fortlaufend. Doch so hohe und zahlreiche Brückenpfeiler wie im Tal des Tarn bei Millau musste man bis anhin nie messen!

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Weltrekord-Brückenpfeiler überragen Eiffelturm

Die 2,5 Kilometer lange und von sieben Schrägseil-Brückenpfeilern getragene Brücke - ein weiterer Weltrekord zusätzlich zur Höhe - wird im Januar 2005 nach einer Bauzeit von insgesamt drei einviertel Jahren für den Verkehr freigegeben. Mit diversen Tunneln und diesem letzten Autobahnstück verkürzt sich die Fahrt zwischen Clermont-Ferrant und Béziers/Montpellier mit dem «Viaduc de Millau» um hundert Kilometer. Gegenüber den 7 500 Tonnen Stahl für den Eiffelturm setzen die Fachleute für dieses Ingenieurbauwerk 36 000 Tonnen Stahl und 206 000 Tonnen Beton ein. Die Garantiezeit für den Viadukt von Millau beträgt 120 Jahre: da sind hohe Qualität und Präzision gefragt. Die Kosten sind auch enorm: 310 Millionen Euros!

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Im Dezember 2001 wurde das grosse Bauwerk in Angriff genommen, der Zusammenschluss erfolgte am Freitag dem 28. Mai dieses Jahres Die zwei Teilstücke von 700 resp. 1700 Metern trafen sich 300 Meter über dem Tarn. Premierminister Raffarin setzte als erster einen Fuss über dieses Rekordbauwerk.

Die Stadt Millau

Die Stadt Millau kann sich nach der Eröffnung der Brücke von Abgasgestank und Lärm erholen. Das ist ein grosses Geschenk für die Stadt. Einst nannte man den Ort Condatomagus, was soviel heisst, wie der fliessende Markt. Grauvesenque verkaufte seine Töpfereien in die ganze Welt. Aber das ist jetzt 2000 Jahre her.

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Heute ist Millau die Stadt des Leders. Handwerker liessen sich hier nieder. Fabrikanten, Kaufleute, Gerber und Kreateure beschäftigen sich hier mit Schafleder. Tausende von Schafen ziehen hier grasend durch die Gegend. Roquefort liegt nicht weit weg, dort wo der berühmte Roquefortkäse aus Schafmilch hergestellt wird. Die Maroquinerie Calvi Millau bringt wunderschöne Handtaschen, Mappen und Schultaschen hervor.

Rinds- und Schafleder wird hier verarbeitet. Das Geschäft ist für das Publikum das ganze Jahr geöffnet. Seit 1892 werden in der Handschuhfabrik Gant Causse Handschuhe hergestellt. Es ist der letzte grosse Handwerkerbetrieb, der Handschuhe nach alter Tradition näht und in die ganze Welt verkauft. Lederbekleidung findet man bei Lauret. Eine grosse Auswahl an Modellen für Damen und Herren steht hier zur Auswahl. Ab nächstem Jahr wird die Stadt attraktiver werden. Fussgängerzonen werden entstehen. Millau wird mehr Lebensqualität haben als bis jetzt.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 18. Juni 2011 04:09

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